Hoffnungsbarometer

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. (Ernst Bloch)

Hoffnungsbarometer 2014 – Resultate Deutschland

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Allgemeine Info

Bereits zum fünften Mal erhoben Dr. Andreas M. Walker und Dr. Andreas Krafft von swissfuture.ch im November 2013 das Hoffnungsbarometer für das kommende Jahr mit einer grossen Internet-Umfrage in deutscher, französischer, englischer und erstmals auch in tschechischer Sprache. Die Umfrage wurde zum zweiten Mal in Deutschland und das erste Mal in Tschechien durchgeführt. 21’812 Personen aus der Schweiz, Deutschland, Tschechien, Frankreich und weiteren Ländern nahmen dieses Jahr an der Umfrage teil. Für Deutschland wurden 2’694 vollständige und korrekte Fragebogen ausgewertet. Für das deutsche Sample betrug der statistische Stichprobenfehler ±1.9 Prozentpunkte, dies ist ein sehr guter Wert, so dass von einer breit abgestützten Umfrage gesprochen werden kann. Vgl. www.hoffnungsbarometer.com.

swissfuture ist die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung und wurde 1970 gegründet. Co-Präsidenten von swissfuture sind Dr. Andreas M. Walker und Cla Semadeni. swissfuture fördert als parteipolitisch und religiös neutraler Verein und Mitglied der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW die Zukunftsforschung und -gestaltung in der Schweiz und macht deren Ergebnisse der Bevölkerung zugänglich. swissfuture führt Tagungen, Seminare und Studien durch und äusserst sich in den Medien zu Zukunftsfragen. Vgl. www.swissfuture.ch

Dr. Andreas M. Walker ist seit 2009 Initiator und Gesamtverantwortlicher des Hoffnungsbarometers. Er ist Co-Präsident von swissfuture und Leiter des Think Tanks „weiterdenken.ch – your partner for future, hope & responsibility“. Vgl. www.weiterdenken.ch . Dr. oec. HSG Andreas Krafft ist seit 2012 der akademische Leiter des Hoffnungsbarometers. Er ist designiertes Vorstandsmitglied von swissfuture, Strategieberater und Dozent an der Universität St. Gallen. Stefan Schwarz begleitet das Projekt als Psychotherapeut.

Die Studie wurde durch einen internationalen Beirat begleitet: Frau Prof. Dr. Tatjana Schnell, Universität Innsbruck, die führende Sinn-Forscherin Österreichs, Frau Prof. Dr. Alena Slezáčková, Masaryk University, Brno, führende Spezialistin für positive Psychologie der Tschechischen Republik, Prof. Dr. Charles Martin-Krumm, Maître de Conférences à l’Institut Universitaire de Formation des Maîtres de Rennes.

Auffälligkeiten und Beobachtungen

  • Die Erwartungshaltung für das „Privatleben“ ist am höchsten (höher als für Wirtschaft, Politik, Soziales, Umwelt). Dies ist typisch, da hier auch die Einflussmöglichkeit am grössten ist.
  • Die Erwartungshaltung für „Wirtschaft“ ist deutlich höher als für „Politik“. „Soziales“ und „Umwelt“ sind ähnlich niedrig wie „Politik“.

  • Neben der Hoffnung auf persönliche Gesundheit belegen die Aspekte des unmittelbaren sozialen (familiären) Zusammenlebens auf den Spitzenplätzen.
  • Bei den „arbeitsspezifischen“ Hoffnungen steht „Sinnvolle Aufgabe“ (knapp) vor „sicherem Arbeitsplatz“ und deutlich vor „Erfolg am Arbeitsplatz“.
  • Wir feiern aktuell Advent und Weihnachtszeit – aber niemand erhofft sich mehr religiöse Erfahrungen.
  • Die wichtigsten „Hoffnungsträger“ stammen alle aus dem nahen sozialen und familiären Umfeld. Dabei ist auch die eigene Person (d.h. Eigenverantwortung, Selbstvertrauen) wichtig.
  • Die „vielen Helden des Alltags ohne grosse Namen“ rangieren deutlich vor den „Profis“.
  • Die „Politiker“ rangieren deutlich vor den „Experten“, „Bankern“ und „Unternehmern/Managern“. Dies ist eigentlich im Widerspruch dazu, dass die Erwartungshaltung für „Wirtschaft“ deutlich höher als für „Politik“.
  • Die Pfarrer belegen den letzten Platz – ob wohl die Kirche im Dreieck „Glaube – Liebe – Hoffnung“ zu viel in die Debatte um den „richtigen Glauben“ investiert und gar nicht die Rolle der Hoffnungs-Verbreitung übernimmt? „Gott-sei-Dank“ rangiert „Gott“ selbst doch noch einige Ränge vor seinem Bodenpersonal.
  • In guter Tradition von Bildungsbürgertum und Humanismus werden die eigenen Hoffnungen reflektiert und analysiert – aber zur Verantwortungsübernahme und persönlichem Engagement gibt es einen signifikanten Unterschied.
  • Zwischen dem selbst über die eigenen Hoffnungen nachdenken und dem Teilen dieser Hoffnungen im sozialen Umfeld mit Freunden, Familie, Ehe/Lebenspartner steht ein grosser Schritt.
  • Und auch zum gezielten Lesen und Recherchieren oder zur entsprechenden Arbeitsstelle oder zum gezielten Sparen zum Thema der Hoffnung besteht ein grosser Unterschied (Dieser ist in der CH deutlich kleiner als in D.) Ob dies vielleicht alles nur „Träume“ und „Wünsche“ sind, denen man nachhängt, ohne sich selbst hoffnungsvoll darin zu engagieren?
  • Die religiösen Verhaltensformen rangieren weit hinten.

Unterschiede zu den Nachbarländern

  • Im Vergleich zwischen Deutschland (D) und Tschechien (CZ) sind die Erwartungshalten „Wirtschaft“ und „Politik“ umgekehrt.
  • Die Zuversicht für soziale Themen ist in Deutschland (D) deutlich niedriger als in der Schweiz (CH) oder in Tschechien (CZ).
  • „Mehr Ordnung“ ist in D viel wichtiger als in CH.
  • „Mehr Sicherheit im persönlichen Umfeld“ ist in der CH viel wichtiger als in D und CZ.
  • „Mehr Geld“ scheint in D deutlich wichtiger zu sein als in CH und CZ.
  • „Mehr Spass mit Freunden“ scheint in D und CH deutlich wichtiger zu sein als in CZ.
  • Die „Eltern/Grosseltern“ rangieren in D und CH viel besser als in CZ.
  • Die „Politiker“ rangieren in D und CH viel besser als in CZ.
  • Die „Helden des Alltags“ rangieren in CZ viel besser als in D und CH.

Erwartungshaltung für das kommende Jahr / Deutschland 2014

1 = sehr pessimistisch; 2 = eher pessimistisch; 3 = ausgewogen; 4 = eher optimistisch; 5 = sehr optimistisch

Welches sind Ihre grossen persönlichen Hoffnungen für 2014?

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

Dabei sind die beiden Hoffnungen „Glückliche Partnerschaft“ und „Persönliche Gesundheit“ für die Personen, die effektiv in einer Partnerschaft leben, praktisch gleichbedeutend. Für Singles liegt die „Glückliche Partnerschaft“ auf Rang 4 und auch für Geschiedene immer noch auf Rang 6 der 17 Auswahlmöglichkeiten.



Von wem wünschen Sie, dass er in schwierigen Zeiten mehr Hoffnung vermittelt?

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

Offensichtlich ist diese Betonung des Ehe/Lebenspartners abhängig von der effektiven Beziehungssituation. Bei Singles / Geschiedenen ist die relative Bedeutung des Selbstvertrauens und der Freunde entsprechend wichtiger.

Ebenso wird der Ehe/Lebenspartner von Frauen stärker gewichtet als von Männern.

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

Was tun Sie selbst, damit sich Ihre Hoffnungen erfüllen?

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

0 = nicht wichtig ; 1 = teils teils ; 2 = sehr wichtig

Hoffnung braucht Partnerschaft – und das in einer wachsenden Single Gesellschaft

Bei allen Indices im Zusammenhang mit „Hoffnung“ haben Personen in verbindlichen Partnerschaften (ob verheiratet oder nicht) höhere Werte als Singles oder Geschiedene.

Insbesondere:

(Bei „verwitwet“ haben wir eine zu geringe Beteiligung, um eine Aussage machen zu können. Jugendliche, die noch bei den Eltern wohnen, haben wir aufgrund ihrer Sondersituation hier nicht ausgewertet.)

(Bei „verwitwet“ haben wir eine zu geringe Beteiligung, um eine Aussage machen zu können.)

Hoffnung als Selbstkompetenz korreliert mit der Gestaltungskompetenz

Personen, die als Führungskräfte ihr Leben und ihren Arbeitsalltag in eigener Verantwortung gestalten, haben hohe Werte bei „Hoffnung als Selbstkompetenz“ (nach Snyder).

Wer seinen Lebenssinn gefunden hat, hat grössere Hoffnung

Ein steigender Index zu den Fragen des Lebenssinnes korreliert mit den Indices zu Hoffnung, Resilienz und Optimismus. Ein fallender Index korreliert mit einem grösseren Pessimismus.


Menschen mit einer ehrenamtlichen Nebenbeschäftigung sind hoffnungsvoll

Personen, die sich in einem Nebenamt ehrenamtlich engagieren, zeigen höhere Resultate bei allen relevanten Indices.

Zum Forschungsteam

Dr. phil. Andreas M. Walker, http://www.weiterdenken.ch/
Gesamt-Projektleiter und Initiator des Hoffnungsbarometers
Co-Präsident von swissfuture, der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung
Gründer und Leiter des Think Tanks weiterdenken.ch, ,
Basel, verheiratet, Vater von 4 Kindern

Dr. oec HSG Andreas Krafft
Akademischer Leiter des Hoffnungsbarometers
Dozent an der HSG, Ökonom und Fachmann für Sozialpsychologie von Organisationen und für Gesundheitsmanagement (Salutogenese), Geschäftsführer von MDS Management Development Services AG, design. Vorstandsmitglied von swissfuture
Wittenbach SG, verheiratet, Vater von 2 Kindern

Francis Müller, http://www.francismueller.ch/
Journalist BR, Dr.des. der Religionssoziologie, Dozent an der ZHDK, Vorstandsmitglied von swissfuture
Zürich

Stefan Schwarz, http://www.i-s-f-ch
Psychotherapeut, Supervisor und Coach in eigener Coaching-Praxis. Ausbildung zum Logotherapeuten am Institut für Logotherapie und Existenzanalyse in Chur, am Institut für Logotherapie in Tübingen, am Institut für Psychosynthese und Logotherapie in Ratingen und am Nürnberger Institut. MSc in Psychotherapeutischer Psychologie an der Universität Krems (Österreich)
Basel

Beirat

  • Frau Prof. Dr. Tatjana Schnell, Universität Innsbruck, die führende Sinn-Forscherin Österreichs
  • Frau Prof. Dr. Alena Slezáčková, Masaryk University, Brno, führende Spezialistin für positive Psychologie der Tschechischen Republik
  • Prof. Dr. Charles Martin-Krumm, Maître de Conférences à l’Institut Universitaire de Formation des Maîtres de Rennes

Kennzahlen zur Struktur und Qualität der Stichprobe und der Studie

Methode: Online-Befragung

Instrument: Elektronischer Fragebogen

Grundgesamtheit: web- und e-mail-aktive Personen aller Altersgruppen aus Deutschland

Umfang: Insgesamt 150 Variabeln und 14 sozio-demographische Fragen

Sample-Größe: 21’714 Teilnehmende; hier: 2’694 ausgewertete Fragebögen (vollständig, korrekt, D)

Repräsentativität: breit abgestützte Umfrage durch die Zusammenarbeit in D mit BILD als Medienpartner, mit swissfuture, mit früheren Teilnehmenden sowie breiter Präsenz auf diversen Social Media Plattformen

Statistischer Stichprobenfehler: ±1.9 Prozentpunkte für Gesamtsample

Erhebungszeitraum: 01.12.2013 – 15.12.2013

Akademische Leitung: Dr. oec HSG Andreas Krafft

Gesamtleitung: Dr. phil. Andreas M. Walker

Zitierweise:Verwendung unter Quellenangabe gestattet

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