Hoffnungsbarometer

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. (Ernst Bloch)


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Hoffnung 2010 – Medienmitteilung – Politik schlägt Wirtschaft um Längen

 

Medienmitteilung (Und hier geht es zu den Details)

 

Umfrage zu Schweizer Hoffnungsträgern und Hoffnungen 2010

Studie Hoffnung 2010: Politik schlägt Wirtschaft um Längen

Die Schweizer sind trotz Krise ein hoffnungsvolles Volk sind. Das zeigt eine erstmals in der Schweiz von swissfuture und weiterdenken.ch durchgeführte Studie zum Thema Hoffnung, an der 2‘735 Personen teilnahmen. Für vier von fünf Schweizern ist Hoffnung jetzt wichtig ist. Dabei wird viel mehr Hoffnung in Privatpersonen und Politikern gesetzt als in Wirtschaftsvertreter – Hoffnungsträger Nummer 1 ist Barack Obama.

Schlechte Nachrichten Tag für Tag: Das tägliche Bombardement mit Nachrichten über Bankenpleiten, Entlassungen und Firmenschliessungen ängstigt und deprimiert. Es gibt Krisen, deren Ausgang ungewiss ist, und Probleme, die es zu bewältigen gilt. Zuversicht wird in Zeiten wie diesen schnell zur Mangelware. Gerade jetzt bräuchten die Menschen Hoffnung, sagt der Managementprofessor und Psychoanalytiker Manfred Kets de Vries von der renommierten Business School Insead in Fontainebleau bei Paris. Der Leiter des Global Leadership Centre fordert Politiker und Manager auf, mehr Hoffnung zu verbreiten.[i] Das Gottlieb Duttweiler Institut nennt „Hoffnung“ als einen der relevantesten Trends.[ii]

Ist „Hoffnung“ heute überhaupt ein relevantes Thema in der Schweiz? 84% gaben als Antwort, dass Hoffnung für sie „sehr wichtig“ bzw. „wichtig“ ist. Nur für 16% ist Hoffnung „mässig“ oder „gar nicht“ wichtig. 48% der Antwortgebenden sind überzeugt, dass ihre Hoffnungen „häufig“ oder „meistens“ in Erfüllung gehen, bei 40% gehen sie gelegentlich in Erfüllung, nur für 11% gehen ihre Hoffnungen „nie“ oder „selten“ in Erfüllung. Und 1% zählt sich zu den Glückspilzen, deren Hoffnungen immer in Erfüllung gehen.

Die grössten Hoffnungen 2010

Die grössten Hoffnungen in der Schweiz für 2010 sind der Erhalt der persönlichen Gesundheit und die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Ein Drittel der Antworten nannten „persönliche Gesundheit“, 22% „Erfolg am Arbeitsplatz“ und 16% einen „sicheren Arbeitsplatz“ als grösste Hoffnungen. Dabei ist den Männern der „Erfolg“ und den Frauen die „Sicherheit“ wichtiger. Die persönliche Gesundheit ist besonders für über 40-jährige (44%) und Frauen (42%) das wichtigste Thema. „Hoffnung und Freude sind die besten Ärzte“ wurde von 24% als eines der wichtigsten Zitate genannt.

Auf Platz 4 folgt „die grosse Liebe finden“ mit 16% Nennungen. Für Singles ist die grosse Liebe mit 38% Nennungen die wichtigste Hoffnung, für Jugendliche unter 20 Jahren ist sie neben dem beruflichen Erfolg die zweitwichtigste Hoffnung (31%). Erfolgreiche Massnahmen gegen den Klimawandel sind am ehesten eine relevante Hoffnung für Senioren über 65 Jahre (26%).

Die grössten Hoffnungsträger 2010

42% nannten Barack Obama als einen ihrer drei grössten Hoffnungsträger für 2010. „Yes, we can“ wurde auch von 35% als eines der wichtigsten Zitate zur Hoffnung genannt. Die Schweizer Bundesräte Didier Burkhalter wurde von 9% und Ueli Maurer von 7% genannt.

Der eigene Lebenspartner wurde von mehr als einem Drittel und die eigenen Kinder bzw. Grosskinder wurden von einem Viertel genannt. Weitere Nennungen aus den Top Ten sind Dalai Lama mit 14%, Roger Federer mit 10%, Alt-Bundesrat Christoph Blocher mit 7%, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 6% und der Fussballer Alex Frei mit 4%. Zur Wahl stand eine Liste mit 30 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Religion, Kultur, Medien, Bildung und dem privaten Umfeld. Die Wirtschaftsvertreter erhielten alle weniger als 3%.  

Wer soll Hoffnung verbreiten?

Hoffnung verbreiten liegt in der Eigenverantwortung und ist Sache der Familie und der Politik: 38% der Antwortgebenden bekannten sich zur Eigenverantwortung, bei den Frauen sind dies sogar 46%, bei den 40- bis 64-jährigen ist es mehr als die Hälfte, bei den Jugendlichen unter 20 Jahren aber nur ein Fünftel. 27% sieht diese Zuständigkeit beim Lebenspartner, 17% bei den Eltern. Jugendliche unter 20 Jahren sehen dies zu 36% beim Lebenspartner, zu 35% bei den Eltern.

Über 20% sieht die Aufgabe des Hoffnung verbreiten bei den Politikern, 13% bei den Medien und 12% bei der Kirche. Weniger als 10% sieht diese Aufgabe bei Wirtschaftsvertretern, weniger als 5% bei den Bildungsvertretern und weniger als 2% bei Sportlern. Hier ist augenfällig, dass die Vertretungen aus der Politik weit vor den Vertretungen aus der Wirtschaft liegen.

Raus aus den Häusern – Hoffnung empfinden wir in der Natur

Was den Ort betrifft, an dem am ehesten Hoffnung geschöpft wird, ist ein klarer Trend ersichtlich: Die Schweizer empfinden in der freien Natur (47%), am Meeresstrand (23%) und auf einem Berggipfel (18%) am ehesten Hoffnung. Interessant für das Alpenland Schweiz ist, dass der Meeresstrand vor den Alpengipfeln rangiert. Zuhause empfinden ein Drittel das Gefühl der Hoffnung. 14% finden dieses Gefühl in einer Kirche bzw. in einem Tempel. Alle Orte aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Technik erhielten weniger als 10%.

Erfahrungen im familiären Umfeld, erfolgreiche Leistungen und religiöse Erfahrungen stärken vor allem die Hoffnung.40% der Umfrageteilnehmenden stärken ihre Hoffnung aus ihren familiären und freundschaftlichen Beziehungen, 23% aus der Erinnerung an eine glückliche Kindheit. 24% gründen ihre Hoffnung darauf, dass sie schwierige Probleme selbst gemeistert haben, 14% berufen sich auf ihre erfolgreiche Ausbildung und 11% auf berufliche Erfolge. 20% glauben, dass sie schon erlebt haben, wie ihre Gebete erhört worden sind.

Historischen Leitfiguren, die Hoffnung vermitteln

Danach befragt, wer die historischen Hoffnungsträger sind, ragen vor allem die eigenen Eltern und Grosseltern (24%) sowie Jesus Christus (22%) heraus. Auch in dieser Frage bestätigt sich die Bedeutung des unmittelbaren persönlichen Umfeldes für die eigene Hoffnungskompetenz. In dieser Frage kann die christliche Vergangenheit der Schweiz erkannt werden, wird doch Jesus Christus mit immer noch 22% auf dem 2. Rang deutlich vor nationalen und internationalen historischen Grössen aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Technik etc. genannt. Gemeinsam mit Mutter Theresa (15%) und Buddha (12%) machen religiöse Leitfiguren die Hälfte der ersten sechs aus.

Trendstudie Hoffnung 2010

2‘735 Teilnehmende haben im November 2009 an einer Internet-Umfrage zum Thema „Hoffnung“ teilgenommen, die swissfuture, die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung, und weiterdenken.ch – your partner for future, hope & responsibility durchführten. In der Umfrage wurden neun demografische Indikatoren erhoben. Mit deren Hilfe, insbesondere mit den Indikatoren Geschlecht, Alterskategorie, Haushaltsform und Religionszugehörigkeit, sowie einem entsprechenden Modell, das auf entsprechenden Daten des Bundesamtes für Statistik basiert, konnten die Ergebnisse gewichtet werden, so dass die Resultate für die Deutschschweiz als annähernd repräsentativ gelten.

Der Forschungsbericht wird Ende Januar auf den Homepages  http://www.swissfuture.ch, auf http://www.hoffnung2010.ch und auf http://www.weiterdenken.ch publiziert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Frühling 2010 wird sich das swissfuture Magazin für Zukunftsmonitoring im Heft 2010/1 den Resultaten und dem Umfeld der Studie widmen.

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[i] http://www.presseportal.de/pm/66785/1378642/wirtschaft_weiterbildung/rss

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