Hoffnungsbarometer

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. (Ernst Bloch)


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Hoffnung 2011 – Medienmitteilung – Wirtschaftsführer sind keine Hoffnungsträger

Medienmitteilung (und hier geht’s zu den Details)

 

Trendstudie Hoffnung 2011: Umfrage zu Schweizer Hoffnungsträgern und Hoffnungen

Studie zeigt: Wirtschaftsführer sind keine Hoffnungsträger

Basel, 3. Januar 2011. – Die Schweiz ist ein hoffnungsvolles Volk, aber Wirtschaftsführer sind keine Hoffnungsträger. Obamas Stern ist auch in der Schweiz gefallen und meine Nächsten sind mir am nächsten: Vor allem Familie und Freunde stärken die Hoffnung und so richtig hoffnungsvoll sind wir nicht am Arbeitsplatz, sondern draussen in der Natur. Dies sind die Resultate der jüngsten Umfrage zur Trendstudie Hoffnung2011 von der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung swissfuture und weiterdenken.ch.

 

Was sind die konkreten Hoffnungen der Schweizer Bevölkerung? Und wer sind die Hoffnungsträger? Diesen Fragen ging swissfuture, die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung, und der Think Tank weiterdenken.ch zum zweiten Mal in einer gross angelegten Internet-Umfrage nach. Im November 2010 beteiligten sich 6‘193 Personen an der Umfrage. Wie im Vorjahr wurde die Schweizer Bevölkerung nicht nach ihrem Ängsten, Kummer und Sorgen für das nächste Jahr gefragt, sondern in der Umfrage standen die konkreten Hoffnungen, Hoffnungsträger und Grundlagen der Hoffnung im Zentrum.

 

Die Schweizerinnen und Schweizer sind in einem Dilemma: Zwar richten sich viele Hoffnungen auf die wirtschaftliche Situation – doch nur die Führungskräfte der Wirtschaft selbst sind für die nationale Wirtschaft für 2011 hoffnungsvoll. Zudem werden diese Wirtschaftsführer nicht als Hoffnungsträger betrachtet. Nach wie vor richten sich viele konkrete Hoffnungen auf die wirtschaftliche Situation (42%: „Erfolg am Arbeitsplatz“ – das zweitwichtigste Ziel für 2011 nach dem erstrangierten „Gesundheit“ mit 55%, 31%: „sicherer Arbeitsplatz“, und 23%: „Verbesserung der Wirtschaftslage“. Doch nur die Führungskräfte der Wirtschaft selbst sind für die nationale Wirtschaft für 2011 hoffnungsvoll – und auch dies nur mässig. Für die globale Wirtschaft sind aber nicht einmal sie hoffnungsvoll eingestimmt.

 

Schweizer Wirtschaftsführer keine Hoffnungsträger

Trotz ihrer Medienpräsenz und ihrem Gewicht in der politischen Diskussion werden die grossen Wirtschaftsführer der Schweizer Wirtschaft von der Bevölkerung nicht als Hoffnungsträger betrachtet – alle zur Auswahl gestellten Wirtschaftsgrössen erhielten nur marginale Anteile von weniger als 2% der Stimmen. Demgegenüber setzt immerhin ein knappes Viertel der Geschäftsleitungsmitglieder Hoffnungen in den neuen Bundesrat Johann Schneider-Ammann. An erster Stelle mit 46% steht die Hoffnung „in die eigene Person“.

 

Offenbar scheinen die Werte der protestantischen Wirtschaftsethik in der Schweiz immer noch zu zählen: So setzt knapp die Hälfte – sowohl bei den Angestellten wie auch bei den Geschäftsleitungsmitgliedern – auf das typisch schweizerische Prinzip der Eigenverantwortung. Knapp ein Fünftel sieht in der Vermittlung von Hoffnung eine der Führungsaufgaben – der Vorgesetzte bzw. Arbeitgeber soll Hoffnung vermitteln. Die typischen Funktionen aus der Geschäftswelt – Geschäftskollegen, Unternehmer und Manager – schneiden wiederum wie schon bei den einzelnen Hoffnungsträgern auf den hinteren Rängen ab.

 

Arbeitsplatz kein Ort der Hoffnung

Obwohl sich die Wirtschaft gerne als zukunftsgewandt, fortschrittlich und innovativ präsentiert, scheint ihr eigener Beitrag zur konkreten Hoffnungskompetenz nur sekundär zu sein. Hauptsächlich wird Hoffnung aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld und aus Erlebnissen in der Natur geschöpft. Nur ein Drittel definiert seine Hoffnungskompetenzen aus seiner Problemlösungskompetenz oder aus konkreten beruflichen Erfolgen. Erstaunlich ist, dass der Verdienst von viel Geld nur eine marginale Rolle im Zusammenhang mit Hoffnung hat – sogar bei den teilnehmenden Geschäftsleitungsmitgliedern schöpfen nur 8% ihre Hoffnung aus dem finanziellen Erfolg. Ebenso bemerkenswert ist, dass die typischen Räume und Örtlichkeiten der Wirtschaft und Arbeit keine Hoffnung zu vermitteln scheinen, obwohl doch gerade hier wirtschaftliche Probleme gelöst und Innovationen geleistet werden sollen. Primär wird das Gefühl der Hoffnung in der freien Natur und Zuhause empfunden. Nur ein Sechstel bezeichnet seinen Arbeitsplatz als einen Ort, an dem Hoffnung empfunden wird. Was läuft hier falsch?

 

Trend zurück zur Natur

Die aktuellen Ergebnisse der Studie „Hoffnung2011“ bestätigen den aktuellen Trend „Zurück zur Natur“ eindrücklich: Die Natur ist uns Schweizern unser Hort der Hoffnung. In der Natur suchen wir Trost nach Enttäuschungen. Erfahrungen in der Natur sind uns Voraussetzung, um voller Hoffnung und Lebenswille positiv in die Zukunft zu gehen: 67% der Teilnehmenden bezeichnen „die freie Natur“ als einen Ort, an dem sie ein Gefühl der Hoffnung empfinden. Dies ist mit deutlichem Vorsprung die häufigste Antwort auf die Frage nach Orten der Hoffnung. „Schöne Erlebnisse in der freien Natur“ ist für 46% der Teilnehmenden die Erfahrung, die sie in ihrer Hoffnung stärkt. 35% der Teilnehmenden gehen bewusst „in der freien Natur spazieren“, um die Enttäuschung über nicht erfüllte Hoffnungen zu verarbeiten.

 

Allein und einsam führt zu „Alleinsamkeit“

Der Megatrend der „Alleinsamkeit“ wird uns in den kommenden Jahren zunehmend beschäftigen – die Megatrends der Individualisierung und der Langlebigkeit führen dazu, dass immer mehr Personen in einem Single-Haushalt leben – nicht nur alleine sondern offensichtlich auch einsam. Die empirischen Resultate der Studie zeigen, dass das unmittelbare soziale Umfeld – Lebenspartner, Familie oder ein gutes Netzwerk an Freunden die entscheidende Basis für die Hoffnungskompetenz und somit für die Resilienz einer ganzen Bevölkerung in Krisenzeiten sind. 75% der Familien mit Kind aber nur 57% der Singles bezeichnen sich als glückliche und zufriedene Menschen. Im Leben von 71% der Familien mit Kind aber nur bei 58% der Singles überwiegen Hoffnungen die Ängste. 49% der Familien mit Kind aber nur 30% der Singles glauben, dass ihre Hoffnungen meistens in Erfüllung gehen. 38% der Familien mit Kind aber nur 22% der Singles waren noch nie verzweifelt und hoffnungslos. Die Hälfte der Singles hofft darauf, im kommenden 2011 endlich die grosse Liebe zu finden.

 

Im Anhang finden Sie die Auswertung sowie ausgewählte Ergebnisse

1.      Den Überblick über die Resultate inkl. Interpretationen

2.      Sonderauswertung „Hoffnung und Wirtschaft“

3.      Sonderauswertung „Hoffnung und Natur“

4.      Sonderauswertung „Alleinsamkeit“

 

Und hier geht’s zu den Details

 

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